Etichetta Rossa, Montepulciano d’Abruzzo DOC 2019 von Palazzo Centofanti
- Anastasia Centofanti
- 17. Feb. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Vom Boden bis zur Flasche: Ein Rotwein, der unsere Art, Wein zu machen, erzählt
Das Terroir und der Boden: Das Gleichgewicht unter den Füßen
Der Montepulciano d’Abruzzo 2019 „Etichetta Rossa“ von Palazzo Centofanti entsteht in Giuliano Teatino, im hügeligen Herzen der Provinz Chieti. Die für diese Etikette vorgesehenen Weinberge liegen im oberen Teil unseres Anwesens, auf etwa 200 Metern Höhe: eine gut exponierte, belüftete Lage, die den Trauben eine langsamere Reifung und intensivere Aromen schenkt.
Hier ist der Boden mitteltexturiert mit einem Anteil an Gesteinsfragmenten – ein ausgewogener Mix aus weicheren Komponenten wie Ton und Schluff sowie grobkörnigeren, steinigen Anteilen.
Dieser Bodentyp entwässert überschüssiges Wasser gut und zwingt die Reben, ihre Wurzeln tief in die Erde zu treiben. So werden die Pflanzen kräftiger und unabhängiger, und die Trauben entwickeln ein intensiveres, konzentriertes und von Natur aus ausgewogenes Aroma.
Auch die Höhenlage spielt eine entscheidende Rolle: Tagsüber erwärmen sich die Trauben und reifen Zucker und Aromen, nachts kühlt die Luft ab. Diese Tag-Nacht-Temperaturschwankung ist entscheidend, um Frische und Lebendigkeit in den Früchten zu bewahren.

Eine Rebsorte in Reinform, geerntet, wenn alles bereit ist
Wir verwenden ausschließlich handverlesene Montepulciano d’Abruzzo-Trauben, geerntet in der zweiten Oktoberhälfte. Wir warten auf die phenolische Reife – nicht nur auf den Zucker, sondern auch auf Farbe, Aromen und die Qualität der Tannine.
Einfach gesagt: Wir ernten, wenn jeder Teil der Traube bereit ist, sein Maximum auszudrücken. Es reicht nicht, dass sie süß ist – die Farbe muss intensiv sein, die Aromen lebendig, der Geschmack vollendet. Es ist wie das Pflücken einer Frucht im perfekten Moment: weder zu früh noch zu spät.
Im Weinkeller: Präzision und Feinfühligkeit
Nach der Ernte wird der Wein rot vergoren, mit langer Maischestandzeit der Schalen in temperaturkontrolliertem Edelstahl. Dieser Schritt dient dazu, Farbe, Struktur und Aromen zu extrahieren – aber immer ausgewogen.
Anschaulich erklärt: Es ist wie ein langes Aufgießen, wie bei einem Kräutertee. Wenn die Traubenschalen genau lange genug im Most bleiben, bei kontrollierter Temperatur, werden Aromen, Farbe und Geschmack harmonisch extrahiert. Der Wein wird reichhaltiger, ohne jemals überladen zu wirken.

Ausbau im Holz: Ein Akzent, kein Verkleiden
Nach der Fermentation durchläuft der Wein eine kurze Lagerung in Barriques aus französischer Eiche zweiter Belegung. Das bedeutet, dass das Holz bereits einmal genutzt wurde und keine dominanten oder aufdringlichen Aromen mehr abgibt.
Praktisch: Das Holz dient hier dazu, den Wein runder und harmonischer zu machen, ohne seine Identität zu überdecken. Es gibt den Trauben Raum, sich mit mehr Tiefe und Stabilität im Laufe der Zeit zu entfalten, ohne sie zu beschweren.
Im Glas: Struktur und Duft im Gleichgewicht
Heute, nach einigen Jahren in der Flasche, präsentiert sich unser Montepulciano d’Abruzzo 2019 in intensivem Rubinrot. In der Nase zeigen sich reichhaltige Düfte reifer Früchte – wie Kirsche und Pflaume – begleitet von würzigen Noten und leichten balsamischen Nuancen. Am Gaumen ist er vollmundig, umhüllend, aber gut ausbalanciert: Die Tannine sind präsent, aber weich, und der Geschmack bleibt lange erhalten.





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