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Unser Vino Cotto hat ein Gesicht: Großvater Nicola

  • Autorenbild: Anastasia Centofanti
    Anastasia Centofanti
  • 18. Jan. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Im Herzen unseres Weinguts, zwischen Weinreben und Holzfässern, liegen Wurzeln, die nicht nur im Boden, sondern auch in der Geschichte unserer Familie verankert sind.

Oft haben wir von den Vorfahren von Piacentino erzählt: den Centofanti, die seit Generationen die Böden hüten, die wir heute weiter bewirtschaften.

Doch in unseren Weinen fließt auch eine andere Familiengeschichte.

Heute möchten wir Ihnen die Geschichte des Zweigs Pierdomenico erzählen: von Großvater Nicola, einer starken und brillanten Persönlichkeit, voller Energie, die sowohl führt als auch die ganze Familie zum Lachen bringt.


Nonno Nicola heute
Nonno Nicola heute

Der Hüter eines Rezepts – oder besser: zweier


Großvater Nicola ist der Bewahrer von zwei kleinen Schätzen unserer Familientradition: Mosto Cotto und Vino Cotto.

Der erste, Mosto Cotto, ist einfach Traubenmost, der lange gekocht wird, bis er zu einer dichten, cremigen und natürlich süßen Reduktion wird, die in der Küche und in der bäuerlichen Konditorei verwendet wird.

Der zweite, Vino Cotto, entsteht direkt daraus: Zum Mosto Cotto wird frischer Most (Mosto Fiore) hinzugefügt, um eine natürliche Gärung zu starten, die ihn in einen Meditationswein, einzigartig und reich an Geschichte, verwandelt.

Was beide besonders macht, ist seine Handschrift: Großvater Nicola, der jeden Schritt mit geübtem Auge und Holzlöffel begleitete.




September 1997: eine Geburt, ein Fass, eine Wende

Es war Mitte September 1997, mitten in der Ernte.

Anastasia war gerade geboren, seine erste Enkelin, Tochter von Piacentino, dem Gründer des Weinguts und stolzem Schwiegersohn von Nicola.

Der Tradition des alten Roms zufolge wurde Vino Cotto für männliche Nachkommen zubereitet: Für Massimo, Nicola’s Sohn, war es bereits gemacht worden.


Nicola und sein Sohn Massimo
Nicola und sein Sohn Massimo

Diesmal aber, ohne große Worte, richtete Großvater Nicola seinen Blick auf das Neugeborene und sagte zu Piacentino:

„Ma mo nin li vulemm fa nuccun de vin cott pe sta bardasce?“(Sollen wir nicht auch für dieses kleine Mädchen etwas Vino Cotto machen?)


Eine kleine Geste, die uns heute zum Lächeln bringt, denn als Mann alter Schule vollzog er still und ohne Worte einen wunderbaren Akt der Liebe – und der Geschlechtergerechtigkeit.


So entstand das Mutterfass von ’97, gewidmet der kleinen Anastasia, das bis heute zu unseren größten Stolz zählt.

Seitdem produzieren wir weiter nach seinem Rezept – nicht niedergeschrieben, sondern lebendig in seinen Händen, seiner Erinnerung und seinem Geschmacksempfinden.





Der offizielle Verkoster – auch aus der Ferne

In den ersten Jahren überwachte er alles persönlich: vom langsamen Kochen bis zum Umfüllen ins Fass.

Heute, mit dem kühleren Herbst und ein paar Jahren mehr, kümmern wir uns wir darum.

Doch sein Gaumen bleibt der letzte Richter.

Jedes Jahr entscheidet er:„Es ist bereit“ oder „Es fehlt noch etwas“.

Eine lebendige Tradition, die sich unter seinem geübten Blick erneuert.


Großvater des Dorfes

Ein junger Opa Nicola
Ein junger Opa Nicola

Wer in Fara Filiorum Petri (CH) aufwuchs, kennt ihn gut: Jahrzehntelang war er Fahrer des „Bussetto“, des kleinen Schulbusses, der die Kinder zwischen Haus und Schule brachte.

Generationen wuchsen unter seiner Führung auf – im wahrsten Sinne des Wortes – und noch heute sprechen die Dorfbewohner mit Zuneigung und Respekt von ihm.


Ein lebendiges Erbe

Noch heute beobachtet, berät und verkostet Großvater Nicola.

Und manchmal erinnert er uns daran, dass Wein nicht nur ein Produkt ist, sondern eine Geste der Liebe, die über die Zeit hinweg wiederholt wird.

Wenn heute unser Vino Cotto und Mosto Cotto von Zuhause erzählen, dann weil seine Hände, seine Stimme und das Fass von ’97 darin leben – das uns noch immer lehrt, wie man Wein macht … und wie man Familie lebt.


Danke, Großvater Nicola. 💜


 
 
 

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